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Konzerte | Neue Musik

A Wave and Waves

Klangspuren Schwaz

Michael Pisaro-Liu: A Wave and Waves für 100 Perkussionsinstrumente (2006/2007) / 74’ Speak Percussion Schüler:innen der Musikschule Innsbruck Michael Pisaro-Lius A Wave and Waves lebt aus kaum hörbaren Mikroereignissen: Samen auf Glas, Sandpapier auf Stein, das Zerreißen von Papier, eine weiche Bürste auf dem Tamtam. 100 Schlagzeuginstrumente, 100 Ausführende bilden zusammen ein Paradoxon: Aus kaum hörbaren Einzelaktionen wächst ein Gesamtklang, der sich zu einer kontinuierlichen Wellenbewegung verdichtet — ein Ozean aus kleinen Geräuschen. Pisaro-Liu nennt es selbst: „confounding the small and the large." Die Struktur macht das hörbar: ein einziger, 35-minütiger Klangbogen — gefolgt von vier Minuten Stille — und schließlich hundert kleine Wellen, die durch das Ensemble wandern. Das Publikum sitzt mitten darin, von Klang umgeben statt ihm gegenüber. Speak Percussion realisiert das Werk gemeinsam mit der Musikschule Innsbruck — ein vielstimmiges Kollektiv , das diesen letzten Abend des Festivals trägt. „Love is Louder" endet hier nicht als Parole, sondern als Erfahrung: im gemeinsamen Lauschen auf das, was man sonst überhört. Tickets ab August buchbar! Ort wird noch bekannt gegeben.
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Triptychon: Körper - Stimme - Puls

Klangspuren Schwaz

Adriana Nikolova, Beatbox Sepideh Raissadat, Gesang und Setar Solist:innen von Ensemble Musikfabrik: Benjamin Kobler, Laura Álvarez, Yeji Jung, Thibaut Surugue, Klavier/Viertelton-Klavier Dirk Rothbrust, Schlagzeug Teil 1: Georg Friedrich Haas: Les Espaces für Vierteltonklavier (2019), ÖEA / 40’ Teil 2 Sepideh Raissadat: Improvisation, solo, Gesang und Setar Mazyar Kashian: Neues Werk für Gesang, Vierteltonklavier und Schlagzeug (2025), UA Auftragswerk von Klangspuren Schwaz Teil 3: Oscar Bianchi: Neues Werk für Streichtrio, Percussion & Beatboxer (2026), UA Auftragswerk von Klangspuren Schwaz Dieses Triptychon atmet: In drei Blöcken mit zwei Pausen verbindet das Programm mikrotonale Klaviermusik, persische Gesangstradition und Beatbox mit zeitgenössischer Kammermusik. Die bewussten Zäsuren geben dem Gehörten Raum. Jede der drei Begegnungen richtet den Fokus neu aus und lädt zum ständigen Perspektivwechsel ein. Den Auftakt bildet ein Vierteltonklavier: die Optik vertraut, der Klang eine neue Dimension. Vier Pianist:innen bespielen die speziell konstruierte Klaviatur in einer virtuosen achthändigen Choreografie. In Georg Friedrich Haas' „Les Espaces“ schichten sich schwebende Mikrotöne zu dichten Flächen. Diese Klänge tauchen unter die Wahrnehmungsschwelle und füllen dennoch den ganzen Raum. Danach gehört die Bühne der Stimme. Die persische Sängerin Sepideh Raissadat begleitet sich auf der Setar; in der Tradition ihrer Heimat wird Musik nicht bloß interpretiert, sie wird bewohnt. In Mazyar Kashians neuem Auftragswerk für Raissadat und Vierteltonklavier begegnen sich dann zwei musikalische Systeme: die Radif-Tradition der persischen Musik und die Mikrotonalität der westlichen Avantgarde. In dieser Begegnung entsteht mehr als ein Dialog – sie wird zur Metapher diasporischer Erfahrung, in der unterschiedliche kulturelle Sprachen gleichzeitig mit und ohne einander existieren wollen. Im Zentrum des dritten Teils steht die mehrfache Beatbox-Weltmeisterin Adriana Nikolova (Pe4enkata). Ihre Praxis erweitert Beatboxing um komplexe, aus der bulgarischen Volksmusik stammende Taktarten und verschiebt damit die Grenzen einer sonst stark vom 4/4-Takt geprägten Ästhetik. Oscar Bianchis Auftragswerk für Beatbox, Streichtrio und Schlagzeug stellt der präzisen Partitur das intuitive Körperwissen einer Performerin gegenüber, die ihr Instrument aus Zunge, Lippen und Gaumen baut. Mit seiner intimen Atmosphäre bietet das Brux den idealen Rahmen, diese drei musikalischen Perspektiven aus nächster Nähe zu erleben.
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Zusammenklang

Klangspuren Schwaz

Stadtmusik Schwaz Knappenmusik Schwaz Trompeter des Tiroler Landeskonservatoriums Musikalische Leitung: Peter Jakober (little beauty), Speak Percussion (March Static) Peter Jakober: little beauty für 88 Bläser (2024), ÖEA / 20’ Thomas Meadowcroft: March Static (2018), ÖEA Zwei Blasorchester, eine Stadt: Schwaz spielt – und das Publikum wandelt frei mittendrin. Die beiden Blasorchester der Stadt Schwaz, die Knappenmusik und die Stadtmusik, bündeln die Kräfte für ein groß angelegtes Projekt. Mehr als 85 Musiker:innen bespielen die großartigen Räume der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und den Stadtpark Schwaz. Den Auftakt bildet Peter Jakobers little beauty. Hier überlagern sich unzählige individuelle Tempi zu einem vielstimmigen Klangteppich. Wer zwischen den Musiker:innen flaniert, hört anders: Es entstehen persönliche Hörerfahrungen, die sich mit jedem Schritt und jeder neuen Perspektive verändern. Vom Offenen führt der Weg in die Stadtpfarrkirche, wo Thomas Meadowcrofts March Static den Raum übernimmt. Unter der Leitung des australischen Ensembles Speak Percussion umkreisen langsam ziehende Bläsergruppen das Publikum – ein sich stetig wandelndes Klangfeld, das den Kirchenraum akustisch neu vermisst.
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Tagundnachtgleiche

Klangspuren Schwaz

Calefax Reed Quintet Carola Bauckholt: Zugvögel (2011/2012), Fragment / 5’ Heinrich Isaac / Johann Sebastian Bach / Johannes Brahms – Ich muss dich lassen / 7’ (alle Kompositionen basieren auf dem Lied Innsbruck, ich muss dich lassen von H. Isaac) (arr. Raaf Hekkema) Johann Sebastian Bach: Jesu, meine Freude (arr. Raaf Hekkema) / 17’ Daan Manneke: Cantus Fixus (2022) / 13’ Carola Bauckholt: Zugvögel (2011/2012) / 13’ Die Tagundnachtgleiche markiert jene flüchtige Achse, an der Licht und Schatten im Gleichgewicht stehen. In der Stille der Kirche St. Martin wird dieser Moment zu einer Meditation. Das Calefax Reed Quintet – jene legendäre Formation, die das Rohrblatt-Quintett 1985 erfand – ist bekannt für seine unmittelbare, fast pop-affine Spielfreude, die alte und neue Musik unter Hochspannung setzt. Im Zentrum steht ein klanglicher Schatten, der seit 500 Jahren durch die Zeit wandert: Heinrich Isaacs Innsbruck, ich muss dich lassen. Von Bachs Sterbe-Chorälen bis zu Johannes Brahms’ letztem Gruß formt diese Melodie eine Architektur des Abschieds. Einen lichten, hochrhythmischen Gegenpol bildet Bachs Motette „Jesu, meine Freude“: In einem virtuosen Wechselspiel aus Trauer und Trotz entfaltet sie eine fast tänzerische Urgewalt – ein kraftvolles „Dennoch“. Daan Manneke führt mit Cantus Fixus die Kompositionstechnik der alten Meister in zeitgenössischer Klangsprache weiter und wandelt das Hören in ein aktives Durchhören von Zeit- und Klangschichten. Den radikalen Wendepunkt markieren Carola Bauckholts Zugvögel: Hier weicht das menschliche Gefühl der rohen Energie der Natur. Dreizehn Vogelstimmen, täuschend echt imitiert, entfesseln ein klangliches Spektakel, das keine Nostalgie kennt. Es ist ein Aufbruch, der nur dem Instinkt und dem Wind folgt – eine Befreiung vom Abschiedsschmerz im Moment der vollkommenen Balance. Shuttle-Transfer vom Bahnhof Schwaz zur Kirche St. Martin. Rückfahrt nach der Veranstaltung. Anmeldung erforderlich unter tickets@klangspuren.at.
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Gedenke die Zukunft

Klangspuren Schwaz

Claudia Molitor: Gedenke die Zukunft (2026), UA Klangkunstwerk für die Stadt Schwaz Auftragswerk Klangspuren Schwaz Anto Sophia Manhartsberger: Neues Werk (2026) UA Klanginstallation im Turm der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt Auftragswerk Klangspuren Schwaz Zwei Auftragswerke setzen sich in diesem Jahr intensiv mit der Stadt Schwaz auseinander: Claudia Molitor und Anto Sophia Manhartsberger arbeiten beide mit wachem Blick für Erinnerung und Gegenwart, mit Klängen und Geschichten, die sonst leicht überhört werden. Die deutsch-britische Komponistin und Klangkünstlerin Claudia Molitor, ist in 2026 mehrere Monate in Schwaz als Stadtkünstlerin, wo sie im Auftrag von Klangspuren Schwaz ein neues Werk entwickelt, das sich in verschiedenen Formen realisieren lässt: als Installation, als Soundwalk oder als Performance. Aus Gesprächen, Interviews, Field Recordings und gemeinschaftliche Recherche entsteht das Material: persönliche Erinnerungen von Bewohner:innen der Stadt, prägende Geräusche der Stadt – bilden die Grundlage. Das Projekt versteht Zuhören als Form von Fürsorge über Generationen hinweg. Erinnerungen werden nicht nur bewahrt, sondern als lebendiges Wissen in die Zukunft getragen. So wird „Gedenke die Zukunft“ zu einem kollektiven Prozess, der individuelle Erfahrungen mit gesellschaftlicher Verantwortung verknüpft. Anto Sophia Manhartsberger richtet den Fokus auf ein vertrautes akustisches Zeichen: die Glocken der Stadtpfarrkirche Schwaz. Die Installation spielt mit diesem ikonischen Klang, der früher den Rhythmus des städtischen Lebens bestimmte und heute meist im Hintergrundrauschen verschwindet. Durch gezielt eingespielte Klänge, die mit dem Glockenmotiv verwandt sind und es zugleich verfremden, verschiebt sich die Wahrnehmung des Alltags. Ein scheinbar bekanntes akustisches Signal irritiert plötzlich – und rückt damit wieder ins Bewusstsein. So wird der Stadtraum selbst zu einem Ort des aufmerksamen Hörens, in dem jeder Klang ein mögliches musikalisches Ereignis werden kann.
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Stadt.Klang.Spuren

Klangspuren Schwaz

Was passiert, wenn die Stadt selbst zur Bühne wird? Innsbruck verwandelt sich am 19. September in einen Parcours für musikalische Entdeckungen: Ab 11 Uhr finden an sieben Stationen jeweils zur vollen Stunde 30-minütige Kurzkonzerte statt. Die sorgfältig ausgewählten Orte führen als Route durch die Innenstadt und laden dazu ein, den Konzerten von Station zu Station zu folgen oder ganz spontan auf ein Klangereignis zu treffen. Das Publikum kann alle Stationen nacheinander besuchen; sämtliche Veranstaltungen sind frei zugänglich. Das Programm steht für musikalische Vielfalt und Begegnungen mit zeitgenössischer Musik in unterschiedlichsten Formen. Das Spektrum ist dabei so vielschichtig wie die Stadt selbst: Während bei Florentin Ginot und Germain Zambi tiefe Kontrabass-Klänge auf die physische Rebellion des Krump-Tanzes, bringen das Ensemble konsTellation plus und Windkraft die dichten Strukturen von Julia Wolfe und David Lang direkt auf die Straße, flankiert von der elektrischen Wucht einer Solo-Gitarre und der kraftvollen Präsenz von Brassbands. STADT.KLANG.SPUREN versteht sich nicht als klassisches Konzertformat, sondern als offenes Musikerlebnis im urbanen Raum. Das Konzert ist hier kein abgeschlossener Ort, sondern eine Situation, in die man hineingerät – im Vorbeigehen, beim Verweilen, aus Neugier oder Zufall.
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Concert in the Dark

Klangspuren Schwaz

Zara Ali: Neues Werk für Live-Elektronik (2026), UA / 15’ Corie Rose Soumah: Neues Werk für Live-Elektronik, (2026), UA / 15’ Rojin Shafari: Sinthome für Live Elektronik (2026) / 30’ Ein klanglicher Zustand der Verflechtung, ein komponierter Knoten aus disparaten Klängen – das ist Rojin Sharafis Sinthome. Die iranische Musikerin bezieht sich dabei auf eine Idee des Psychoanalytikers Jacques Lacan. Er bezeichnet damit einen (imaginären) Knoten in der Psyche, der es dem Menschen ermöglicht, Unterschiedliches zu verarbeiten und Genuss zu erleben. Diesen findet Rojin Sharafi insbesondere darin, wenn Härte und Zerbrechlichkeit gleichzeitig in der Musik stattfinden. Leichtfüßig formt sie folkloristische Elemente und abstrakte Geräusche zu einem Klanggebilde, das gar nicht erst entknotet werden will. Zara Ali, die bei Klangspuren u. a. mit ihrem großen Musiktheater Codeborn präsent ist, zeigt sich in der abgedunkelten Clubatmosphäre von einer anderen Seite: Hier öffnet sie dem Publikum Portale in neue, immaterielle Welten. Komplettiert wird der Abend im Zeichen der elektronischen Live-Musik durch eine Performance von Corie Rose Soumah. Die Kanadierin pflegt einen poetischen, intimen Kompositionsstil, in dem kleine Beobachtungen wie große Fragen des Menschseins nebeneinander Platz finden.
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Hier werden sie geboren

Klangspuren Schwaz

Julia Sanjurjo, Ty Bouque, Stimmen Katharina Kurz, Spiros Laskarides, Trompete Pablo Santamaria Navarro, Schlagzeug Tamara Miller: Aquí nacen; poco importa dónde o cómo [Hier werden sie geboren; kaum von Bedeutung wo oder wie] Konzertinstallation für das Rabalderhaus Schwaz (2026), UA Auftragswerk von Klangspuren Schwaz Die Gegenwart ist durchzogen von Spuren der Vergangenheit. Kaum ein Ort in Schwaz bezeugt dies so eindrücklich wie das Rabalderhaus, das noch aus der Bergbauzeit stammt. Hierfür gestaltet die chilenische Komponistin Tamara Miller eine installative musikalische Performance, in der die Zeitebenen verschwimmen. Millers Ausgangspunkt sind die Spuren des Kolonialismus, die bis heute auf Länder, Städte und die Psyche der Bevölkerung einwirken. Aus Lautsprechern tönen Klänge lateinamerikanischer Metropolen, Música criolla – in der sich indigene und spanische Einflüsse mischen – sowie zeitgenössische Popsounds, die nur scheinbar ohne Ballast sind. Fünf Musiker:innen (Stimmen, Trompeten, Schlagzeug) bespielen dazu im Raum verteilte Klanginseln. Die Stimmen und Schritte des Publikums werden live aufgenommen, digital bearbeitet und in den Raum zurückgespielt. So klingt das Haus mit jeder Begehung anders und spannt ein Netzwerk musikalischer Beziehungen zwischen damals, gerade eben noch und dem Hier und Jetzt auf.
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Intimacy

Klangspuren Schwaz

Florentin Ginot, Kontrabass Germain Zambi, Tanz Yann Bouloiseau, Klangregie Florentin Ginot, Germain Zambi: Intimacy (2025), 60’ Doppel-Solo für Musiker und Tänzer Arm Swings, Chest Pops, Stomps – das ist das Vokabular des Krump. Die energetische Tanzform entstand um das Jahr 2000 in der afroamerikanischen Community von Los Angeles und ist eng mit dem Widerstand gegen Polizeigewalt verbunden. Zugleich lässt sich Krump als Liebeserklärung an den eigenen Körper verstehen, der in der Welt sichtbar sein soll – Love is louder! Der kongolesisch-französische Tänzer Germain Zambi ist unter dem Pseudonym JR Sniper ein Star der Krump-Szene. In Intimacy trifft er auf Florentin Ginot, einen der vielseitigsten Kontrabassisten der zeitgenössischen Musik. In einem Doppel-Solo mit Momenten der Verschmelzung tanzt Germain Zambi zu traditioneller Musik aus Galizien, Irland, Schottland und Frankreich, die Ginot behutsam um elektronische Elemente und Klänge der Drehleier erweitert. Die künstlerischen Sprachen mögen unterschiedlicher Herkunft sein – doch eint sie die Freiheit der Struktur, die konzentrierte Präsenz im Augenblick und die Poesie des Körpers.
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Ausschweifen

Klangspuren Schwaz

Ensemble Proton Bern: Bettina Berger, Flöte; Martin Bliggenstorfer, Oboe; Richard Elliot Haynes, Klarinette; Elise Jacoberger Fagott; Coco Schwarz, Tasten/Elektronik; Vera Schnider, Harfe; Maximilian Haft, Violine; Jan-Filip Ťupa, Violoncello Georg Friedrich Haas: Ausschweifen (2025), UA / 50’ Auftragswerk von Ensemble Proton Bern in Kooperation mit Klangspuren Schwaz und Muziekgebouw aan 't IJ Georg Friedrich Haas brach schon immer aus — aus der Tonalität, aus dem Wohlklang und über die Grenzen dessen hinaus, was ein Ensemble leisten kann. Sein neues, einstündiges Werk „Ausschweifen“ (UA) spannt ein symbolisches Dreieck aus drei Klangwelten: schwebende Obertöne auf der Suche nach Transzendenz, dichte mikrotonale Cluster — archaisch, ekstatisch, körperlich — und eine spätromantische Tonalität in Vierteltönen, inspiriert vom fast vergessenen Richard Heinrich Stein (1882–1942). Diese drei Welten suchen keinen Ausgleich. Sie stoßen aufeinander, weichen aus, kehren wieder — eine Klangbewegung, die man weniger hört als spürt. Es ist eine Lautstärke jenseits von Dezibel: nicht das Laute im klassischen Sinn, sondern das, was sich behauptet, was drängt. Das Ensemble Proton Bern kennt sich mit diesen Klangwelten blendend aus.
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Naomi

Klangspuren Schwaz

Riot Ensemble Juliet Fraser, Sopran Aaron Holloway-Nahum, musikalische Leitung Jonah Haven: Naomi für Ensemble, Sopran und Tape (2026), UA / 40’ Auftragswerk von Klangspuren Schwaz, Rainy Days, hcmf// und Riot Ensemble Dilay Doğanay: Neues Werk für Ensemble (2026), UA / 10’ Auftragswerk von Klangspuren Schwaz Ein bisschen Gott spielen wollte der Mensch wohl schon immer. Mittlerweile sind sogar Leben und der Tod zur Ware geworden: Die Longevity-Bewegung verspricht ein längeres Leben, wenn man nur kräftig zahlt, und auch Sterbehilfe ist mancherorts ein Produkt. In Jonah Havens komisch-surrealem Musikdrama „Naomi“ setzt die Firma Exit Mundi Inc. noch eins drauf: Sie verkauft Weltuntergänge, und das seit 20 Jahren. Als eines Tages eine engagierte Mitarbeiterin einem sprechenden Fuchs begegnet, der ihr den Namen Naomi – die Schöne, die Ehrliche – gibt, stürzt diese in die Identitätskrise. Für wie viele Tode ist sie schon verantwortlich? Sopranistin Juliet Fraser schlüpft in dieser Uraufführung virtuos in sechs Rollen. Auch Dilay Doğanays Stück beinhaltet eine kleine Erzählung: Es verklanglicht den Prozess der Interaktion mit einer KI. Wie bei der Generierung eines Bildes durch einen Algorithmus wird eine musikalische Kernidee in permanenten Feedbackschleifen sachte verändert und transformiert, bis das fertige Klangbild im Raum steht.
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Solo for one

Klangspuren Schwaz

In „Solo for One“ wird das Konzert zum persönlichen Erlebnisraum. In Slots von 15 Minuten spielt eine Musikerin oder ein Musiker ausschließlich für eine einzige Person – ein intimer Moment, der Musik von jeder Bühnendistanz befreit. In sorgfältig ausgewählten Räumen in Schwaz und Innsbruck entsteht ein konzentriertes Hören, das nicht vermittelt, sondern geteilt wird: unmittelbar, ungefiltert, nah. Die beteiligten Künstler:innen – von Loré Lixenberg und Ty Bouque über Florentin Ginot bis zu Marco Blaauw – bringen ihre je eigene Klangsprache mit und verwandeln jedes dieser Miniaturkonzerte in ein Unikat. „Solo for One“ folgt der Haltung des Festivals, Musik unserer Zeit auf unterschiedlichste Weise zugänglich und erfahrbar zu machen: manchmal überwältigend, manchmal fast flüsternd, wie ein Geheimnis, das nur einem Menschen anvertraut wird. Termine und Anmeldung ab August 2026
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Rent a Musican

Klangspuren Schwaz

Das zwischen 2012 und 2019 erfolgreiche Format Rent a Musician wird in diesem Jahr zu neuem Leben erweckt: Am Wochenende vor dem offiziellen Festivalstart können Sie Musiker:innen für private Kurzkonzerte zu sich nach Hause einladen – und diesen besonderen Moment mit Freund:innen, Nachbar:innen oder Kolleg:innen teilen. Es geht um die unmittelbare Begegnung mit aktueller Musik auf Augenhöhe, vermittelt von exzellenten Künstler:innen: Hören, Erleben und der gemeinsame Austausch finden hier im intimen Rahmen des eigenen Wohnzimmers, eines Gartens oder schattigen Innenhofs statt. In diesem Jahr stehen die Mezzosopranistin Loré Lixenberg und der Flötist Ignat Khlobystin am 5. und 6. September in Schwaz und Innsbruck für diese Begegnungen zur Verfügung. Beide sind Preisträger des renommierten John-Cage-Preises in Halberstadt und arbeiten als Composer-Performer – sie interpretieren also nicht nur Werke der Musikliteratur, sondern bringen auch ihre eigenen klanglichen Schöpfungen mit. Eine Kooperation mit dem John Cage Award in Halberstadt. Anmeldungen möglich ab 08.06.2026
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Auf dass wir so verwandelt werden

Klangspuren Schwaz

PHACE – Ensemble für neue Musik Zara Ali: Passing Fragrance, Hidden Veil (2023), ÖEA / 5’21 Circular scrape for electronics (2021), ÖEA / 2’51 thermo_doxa für Klarinette, Viola, Drumset und Elektronik (2024), 8’30 Red City – an acousmatic, purely electronic piece (2021), ÖEA / 10’30 Corie Rose Soumah: neues Werk (2026), UA / 10’ Auftragswerk von Klangspuren Schwaz We, to be so transformed for string quartet (2025), ÖEA / 20' 2023 fand die kanadische Komponistin Corie Rose Soumah während einer Europa-Reise Trost im Roman einer österreichischen Autorin: Marlen Haushofers „Die Mauer“ berührte Soumah so sehr, dass sie sich ihrer Trauer hingeben konnte und genau darin Trost und die Fähigkeit zu Veränderung und Wachstum fand. Unter diesen existenziellen Eindrücken entstand ihr Streichquartett We, to be so transformed, dem bei Klangspuren ein Auftragswerk für das Ensemble PHACE zur Seite gestellt wird. Die anderen vier kurzen Stücke des Abends stammen von Zara Ali. Die elektronische Komposition Red City lässt Samples der Neuen Vocalsolisten Stuttgart in einer dreidimensionalen Klangästhetik durch den Raum flirren. In thermo_doxa befasst sich Ali damit, was Hitze und Dogma verbindet, oder genauer: mit dogmatischen Religionen aus heißen Klimazonen. Das kammermusikalische Passing Fragrance, Hidden Veil ist von einem Gemälde des pakistanischen Malers Abdur Rahman Chugthai inspiriert, während in Circular scrape die Klänge einer sich drehenden Münze darauf warten, mit digitalen Mitteln ebenfalls verwandelt zu werden.
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Eröffnungskonzert 2026

Klangspuren Schwaz

Tiroler Symphonieorchester Innsbruck Edivaldo Ernesto, Tanz und Performance Valerie Fritz, Violoncello Elena Schwarz, Dirigentin Edivaldo Ernesto: Solo Choreographie für einen Tänzer (2026), UA / 5’ Auftragswerk von Klangspuren Schwaz Robin Hoffmann: Œhr, stummes Musikstück für Hören solo (2006), 5’ Georges Aperghis: Die Wände haben Ohren für Orchester (1972), ÖEA / 16’ Liza Lim A Sutured World für Orchester und Violoncello solo (2024), ÖEA / 29’ Was passiert, wenn die Musik schweigt, damit das Hören selbst zum Ereignis wird? Das Festival beginnt nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einer radikalen Besinnung auf das Ohr als Schnittstelle zur Welt. In Robin Hoffmanns stummem Werk œhr wird das Gehörorgan zum einzigen Akteur: Der Tänzer Edivaldo Ernesto inszeniert den physischen Vorgang des Hörens und macht die Stille greifbar. Das Stück bildet den Ausgangspunkt für ein Festival, das Musik als soziale Praxis begreift. Aus dieser Stille erwächst eine neue Aufmerksamkeit für den Raum. In Georges Aperghis’ Die Wände haben Ohren wird das SZentrum selbst zum Mitwisser: Die Die Mauern erscheinen als Speicher vergangener Erfahrungen, das Orchester lässt die Wände in einem zugleich fröhlich-grotesken und hochvirtuosen Zusammenspiel zu Wort kommen. Doch das Zuhören bleibt kein Selbstzweck. Den tiefsten emotionalen Bogen schlägt Liza Lims A Sutured World. Hier wird das Violoncello zur Nadel, die die Risse unserer Gegenwart behutsam vernäht. Es ist eine Schönheit, die aus der Verletzlichkeit entsteht und das Zerbrochene nicht versteckt, sondern ihm eine Stimme gibt. „Love is Louder“ beginnt an diesem Abend nicht mit Lautstärke, sondern mit der Entscheidung, unsere Zeit radikal hörbar zu machen. Shuttle von Innsbruck nach Schwaz, Rückfahrt nach der Veranstaltung. Anmeldung erforderlich unter tickets@klangspuren.at
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neue Veranstaltung

musik+ | Osterfestival Tirol | Orgelfest

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The Curious Bards - Purcell volkstümlich

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Ilektra Platiopoulou – Mezzosopran The Curious Bards Sarah Dubus – Blockflöte Jean-Christophe Morel – Cister Sarah Van Oudenhove – Viola da Gamba Louis Capeille – Tripelharfe Ltg: Alix Boivert – Barockvioline Alex Figl-Brick – Tanzmeister Wie eng die Verbindung zwischen mündlich überlieferter Volksmusik und „Kunstmusik” ist, zeigt das Ensemble The Curious Bards anhand von Werken eines der größten englischen Komponisten des 17. Jahrhunderts: Henry Purcell. Zahlreiche seiner weltlichen Kompositionen, darunter Scots & Irish tunes, Hornpipes und andere Country Dances sind nicht allein wegen der Freundschaft zum Tanzmeister und Verleger John Playford von populärer Musik beeinflusst. Unter anderem finden sie sich in Purcells Tanzstücken für das Theater (incidental music) oder in den Zwischenspielen seiner Opern. Außerdem baut Purcell sie in Melodien und Lieder ein wie das Trinklied Bacchus is a pow’r divine Z. 360, das schottisch inspirierte Sawney is a bonny lad Z. 412, oder zahlreiche Catches, die als Madrigale des Volkes bezeichnet wurden. Die modernen Barden eröffnen uns im ersten Teil des Abends eine weniger bekannte Seite des heute vor allem durch seine Opern und Semi-Opern beliebten Barockkomponisten. Im zweiten Teil, dem Nachklang, darf auch mit Unterstützung eines Tanzmeisters das Tanzbein geschwungen werden. So haben Sie Purcell garantiert noch nicht gehört!
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Gefährliche Liebschaften

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Harald Windisch – Sprecher Anne Marie Dragosits – Cembalo Der Briefroman Les Liaisons dangereuses (Gefährliche Liebschaften) von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos ist ein Schlüsselwerk der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts und ein Skandalroman der Libertinage. Im Zentrum stehen Verlangen, Kontrolle, Intrigen und Machtspiele zwischen Mann und Frau. Bis heute versetzt das ungeschminkte Sittengemälde des ausgehenden Absolutismus die Leserinnen und Leser in die verdorbene Atmosphäre des französischen Adels kurz vor der Revolution zurück. An diesem Abend nehmen Anne Marie Dragosits und Harald Windisch das Publikum mit in diese Zeit. Der musikalischen „Lesung“ – eine für den Roman zusammengestellte Abfolge von pieces de clavecin (Cembalostücke) von Zeitgenossen Choderlos de Laclos‘ – werden Ausschnitte des Romans gegenübergestellt, was eine noch intensivere Erfahrung des Textes zulässt. Nach Dragosits kontrastiert die männliche Sicht die weibliche. Mithilfe der Musik werden die Figuren der Handlung charakterisiert. So stehen zärtliche und dramatische Stücke nebeneinander, einige beschreiben äußere Ereignisse, andere den inneren Gefühlszustand. Ein einmaliges Erlebnis. Einstimmung 18.30 Uhr Anne Marie Dragosits über die Zeit der Libertinage
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Karfreitagsliturgie

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Cantori Gregoriani Zelebrant: Prof. Dr. Dominik Markl SJ Wer einmal erlebt hat, aus welcher Leere und Verlorenheit die am Boden liegenden Priester in der allen Schmucks beraubten Kirche des Karfreitags ihren Gottesdienst beginnen, dem kommt eine Ahnung an, was in unserem Leben „trotzdem” bedeuten kann. Das „dennoch” des Absurden, Camus hat es klar proklamiert. Am Karfreitag wird in den christlichen Kirchen etwas gepriesen und besungen, das der durchschnittliche Bürger kaum denken mochte, nämlich die Ohnmacht des allmächtigen Todes. Jener Tod Gottes am Kreuz, der qualvolle Tod des Menschensohns wird genau erzählt, in wunderbarer Harmonie feierlich besungen im ersten, jahrhundertealten lateinischen Gesang der Kirche: Alles Heil für die Welt geht von ihm aus – vom Kreuz, dem Ort schlimmsten Endes. Immer wieder singen wir O crux, ave – sei gegrüßt, Kreuz – und in langer Klage über sein Leid fragt Christus selbst Popule meus, quid feci tibi? Aut in quo contristavite? Responde mihi. / O du mein Volk, was tat ich dir? Betrübt ich dich? Antworte mir! Freiwillige Spenden
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… bis an die Seele

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The Present: Hanna Herfurtner, Olivia Stahn – Sopran Amélie Saadia, Bernadette Beckermann – Alt Tim Karweick, Pedro Matos – Tenor Florian Hille, Stefan Andelkovic – Bass Mira Lange – Orgelpositiv Mathis Mayr – Viola da Gamba, Violoncello Catherine LAMB (UA), Günther ZECHBERGER (UA), Hannes KERSCHBAUMER (UA), CESIS, PALESTRINA, SCHEIN u.a. Verlust, Schmerz und Hoffnung stehen im Zentrum des Abends, der ausgehend von Passionsmusik der Renaissance mit drei Uraufführungen ins 21. Jahrhundert führt. Geistlich oder weltlich gehen die drei Uraufführungen diesen Gefühlen nach. Ein Dialog zwischen 8 Stimmen, Viola da Gamba, Violoncello und Orgelpositiv.

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