Das Festival Radikal jung findet einmal jährlich am Münchner Volkstheater statt. Die Kurator*innen des Festivals laden jedes Jahr junge Talente im Bereich der Theaterregie ein, die sich mit ihren Arbeiten in der deutschen und europäischen Theaterlandschaft hervorgetan haben.
Vom 24. April bis 3. Mai 2026 zeigt das Festival für junge Regie erneut ein vielfältiges Spektrum an Ästhetiken und Themen junger Theatermacher*innen.
Zur 20. Ausgabe versammelt Radikal jung herausragende Nachwuchsregisseur*innen aus dem deutschsprachigen Raum. Zwölf Inszenierungen loten ästhetische Grenzen aus, befragen Klassiker neu und bringen aktuelle Stoffe mit großer Dringlichkeit auf die Bühne. Das Festival zeigt eine Generation, die mit formaler Entschiedenheit und politischer Wachheit auf eine Gegenwart reagiert, die nach neuen Erzählungen verlangt.
Kontakt
Radikal jung Festival
Volkstheater München GmbH Brienner Straße 50 D-80333München
Tragödie nach Sophokles von Roland Schimmelpfennig
Der Krieg zwischen den Brüdern Polyneikes und Eteokles führt zu einer tiefen Spaltung in Theben. König Kreon verweigert dem gefallenen Polyneikes die Bestattung, was Antigone dazu bewegt, sich gegen das Gesetz zu stellen, um ihrem Bruder die letzte Ehre zu erweisen. Konflikte und Gewalt erschüttern nicht nur das Schlachtfeld, sondern auch die moralischen Grundlagen einer patriarchalen Gesellschaft. Antigones Akt des Widerstands, der mit dem Tod bestraft werden soll, bringt das autoritäre System ins Wanken.
Der georgische Regisseur Mikheil Charkviani stellt mit seiner ersten Inszenierung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden eine demokratische Gesellschaft vor die Frage: Wie bereit seid Ihr, Eure moralischen Werte zu verteidigen?
Ein Jubiläum will anständig gefeiert werden! Deshalb schmeißt das Münchner Volkstheater zur Eröffnung des 20. Radikal jung Festivals eine große Eröffnungsparty im Foyer des Theaters.
Am Mischpult steht DJ Luis Buchmann und sorgt dafür, dass der Beat in jeder und jedem die Tanzwut auslöst. Feiert mit uns!
Termin
Fr 24.4.2026, 22:30 | Eintritt frei!
Ort
Münchner Volkstheater
Foyer Brienner Straße 50
D-80333 München
Nordkorea erscheint vielen als ungreifbares Land, unmenschlich und komplett abgeschottet. Ausgehend von Recherchen und Interviews hinterfragt die partizipative Performance "Hello" oberflächliche und einseitige Annahmen über Nordkoreaner*innen.
In drei unterschiedlich gestalteten Räumen lernen Besucher*innen in kleinen Gruppen die Situation verschiedener Menschen kennen, deren mobile Autonomie staatlich eingeschränkt wurde und wird. Anhand eines eigens entwickelten Systems findet das Publikum Blind-Dates, die semi-fiktionale Geschichten jenseits von großen Staatsakten, Propaganda, Paraden und anderen Vorzeigemaßnahmen erzählen und auch Einblicke in die nordkoreanische Alltagskultur geben. Über Musik, Bewegung, Bräuche, Spiel und Speisen lädt "Hello" dazu ein, Begegnungen abseits politischer Trennlinien zu machen, Vorurteile zu überdenken und sich das Leben von Nordkoreaner*innen persönlich und komplex vorzustellen.
Wie prägen politische Grenzen Identitäten und wie werden autoritäre Systeme unterwandert? Zwischen offizieller Erzählung und persönlichem Erleben, zwischen Bekanntem und Verborgenem werden im Verlauf der Performance unsichtbare Migrationsgeschichten und hybride Biografien lesbar, die Nord- und Südkorea verbinden und bis nach Europa reichen.
Eine Produktion von Olivia Hyunsin Kim / ddanddarakim in Koproduktion mit Sophiensæle Berlin
Künstlerische Leitung / Choreografie / Performance: Olivia Hyunsin Kim
Ko-Leitung / Videodesign / Licht: Jones Seitz
Tanz / Performance: Hyemi Jolee, Ji Sun Hagen, Jung Sun Kim
Bühne und Kostüme: Luca Plaumann
Sound-Kunst: Tatiana Heuman
Outside Eye: Marielle Schavan
Bitte zur Veranstaltung, wenn möglich, ein Smartphone mitbringen. Wir bitten darum, spätestens 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn vor Ort zu sein.
Dauer: 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Deutsch, DGS, Koreanisch mit englischen und deutschen Übertiteln
Termine
Sa 25.4.2026, 15:00 | Ticket
Sa 25.4.2026, 18:00 | Ticket
Sa 25.4.2026, 21:00 | Ticketund weitere Termine
So 26.4.2026, 15:00 | Ticket
So 26.4.2026, 18:00 | Ticket
So 26.4.2026, 21:00 | Ticket
Ort
Münchner Volkstheater
Bühne 3 Brienner Straße 50
D-80333 München
Große Themen, große Gefühle, große Gesten, große Form: Die Oper. In ihrer neuen Produktion eignet sich die Hamburger Regisseurin Mable Preach das Heiligtum der Hochkultur an und macht sich mit ihrem Team an die genussvolle "Dekolonisation der Ohren". In der "Opera of Hope" fließen Elemente aus Oper, Gospel, Chor- und Sologesang ineinander, um eine Geschichte über das Ankommen zu erzählen. Eine Geschichte, in der aus Not eine Hoffnung wird, die an der Lebensrealität in Deutschland immer wieder zu zerbrechen droht. Es ist die Geschichte einer jungen Schwarzen Frau auf ihrem Weg in eine ungewisse Zukunft. Es ist eine Geschichte, die für so viele ähnliche Geschichten steht, denn täglich machen sich Menschen auf den beschwerlichen, oft lebensbedrohlichen Weg nach Europa und werden damit konfrontiert, dass sie hier nicht nur immer wieder ihre Motivation für Migration, sondern ihre Menschlichkeit an sich begründen müssen. Aus Ankommenden werden ewig Wartende.
Gemeinsam mit dem CHOIR OF THE UNCIVILIZED VOICES öffnet Mable Preach einen Raum der Möglichkeiten und wirft dabei einen Blick auf gewaltvolle Kontinuitäten und düstere Zukünfte. Es entsteht ein Geflecht aus Sehnsüchten, verloren gegangenen Träumen und kraftvollen Verbindungen. Am Ende bleibt die Frage: Wie weitermachen, wenn es morgen noch schlimmer zu werden droht?
Kampnagel Hamburg
Regie: Mable Preach
Choir of uncivilized Voices: Paula Kahre, Charlotte Barnie, Eileen Hamlet, Samuel Gordon, Alisha Kadiatou Coné, Florentyna von Wensierski
Orchester: The String Archestra
Musikalische Leitung: Obed Owusu-Motovsky, Isaac Gordon Jr, Milo Milone
Choreografie: Bisi Bangiwe Ka Jobela
Dramaturgie: Rike Maerten
Kostüme: Gianna-Sophia Weise, Hools of Fashion
Bühne: Dennis Stoecker, Soffía Ralfsdóttir Heese
Obwohl schlimme Sachen in der Welt passieren, fühlen sich Mini und Miki seit dem Kauf ihrer neuen Küchenplatte bei IKEA okay. Sie stehen auf, trinken Kaffee und arbeiten zuhause oder im Büro. Sie versuchen, mit Partygästen gemeinsame Gesprächsthemen zu finden und, als die, die nicht "von hier" sind, dazuzugehören. Immer wieder werden sie von Gefahren heimgesucht: Miki gerät in eine toxische Beziehung mit einer Babykatze und Mini versucht das gesichtslose Kitzelmonster abzuschütteln, das sie seit ihrer Kindheit verfolgt.
Markovićs Geschichten über Banalitäten des Paaralltages, Albträume migrantischer Lebenswirklichkeit und die Kunst, den Moment kurz vor der Katastrophe zu erkennen, erhielten 2024 den Preis der Leipziger Buchmesse. Am Theater Magdeburg wurden sie erstmals in Deutschland inszeniert.
Theater Magdeburg
Regie: Alina Fluck
Bühne und Kostüme: MOTHER (Camilla Lønbirk und Olivia Schrøder von Lüttichau)
Musik: Oskar Smollny
Dramaturgie: Laura Guhl
Dauer: 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause
Ab 15 Jahren
Termine
Sa 25.4.2026, 20:00 | Ticket
So 26.4.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Münchner Volkstheater
Bühne 2 Brienner Straße 50
D-80333 München
Eine überzeugte Marxistin und linke Aktivistin erbt überraschend eine Altbauwohnung und stürzt in eine tiefe Krise.
Ihrem bürgerlichen Schicksal zum Opfer gefallen, bleibt der Klassenverräterin nichts anderes übrig, als ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen und in ihren frisch geerbten vier Wänden nach einem neuen Lebenssinn zu suchen.
"Wunschlos unglücklich" ist ein komisches Theaterstück von einem Menschen, der nichts von Theater versteht, für Menschen, die nichts von Theater halten.
Über Toxische Pommes:
Getrieben von ihrer Begeisterung für die hässlichen Seiten des Lebens parodiert Toxische Pommes gesellschaftliche Phänomene und entlarvt sie gerne auch mal dort, wo es wehtut.
Neben ihren satirischen Kurzvideos für die sie 2024 mit dem österreichischen und 2025 mit dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde, bespielt sie verschiedene Bühnen im deutschsprachigen Raum. 2024 ist ihr Debütroman "Ein schönes Ausländerkind" bei Zsolnay erschienen. Nach "Ketchup, Mayo & Ajvar" ist "Wunschlos unglücklich" ist zweites Solobühnenprogramm.
Der thematische Ausgangspunkt von "Unruhe" ist der "Veitstanz", eine Tanzepidemie, die 1518 die Einwohner Straßburgs befiel und mehr als 400 Menschen mehrere Wochen lang tanzend in den Straßen hielt. In der Beschäftigung mit diesem ungewöhnlichen Phänomen, das bis heute Rätsel aufgibt, und des gesellschaftspolitischen Umfeldes, in dem es sich ereignet hat, untersucht "Unruhe", inwiefern individuelle und kollektive Impulse, darunter auch der Tanz, existentielle Bedürfnisse sind.
Gibt es Erfahrungen, die wir als Gesellschaft vielleicht kaum noch suchen und die dennoch nur ein kollektiver Akt bieten kann? "Unruhe" lädt das Publikum zu einem rituellen Happening ein, das irgendwo zwischen Konzert, Theaterstück und Feier angesiedelt ist. Es ist die Einladung, ein Rätsel zu ergründen, das erst in dem Moment entsteht, in dem Menschen zusammenkommen.
English:
"Unruhe" starts out from the theme of the "St. Vitus Dance", a dance epidemic which infected Strasbourg inhabitants in 1518 and kept more than 400 people dancing in the streets for several weeks. By exploring this strange phenomenon, which continous to be an enigma to this day, and the socio-political context in which it occured, "Unruhe" questions wether individual and collective impulses, including the act of dancing, are vital needs.
Are there experiences that we as a society perhaps rarely look for anymore, yet can only be offered by a collective act? "Unruhe" invites the audience to a ritual happening somewhere between a concert, a play and a celebration. It‘s an invitation to explore a mystery that only arises when people come together.
Groupe Crisis, Marseille
Konzept und Regie / Director: Nolwenn Peterschmitt
Regieassistenz / Assistant Director: Caroline Loze
Komposition / Original Music: Thibaut de Raymond, Thomas Delpérié
Technische Leitung und Lichtdesign / Technical Director and Lighting Design: Sebian Falk-Lemarchand
Leitung Ton / Sound Director: Emile Wacquiez
Production und Touring Management: Natacha Cousin
Dauer: ca. 90 Minuten, keine Pause / no intermission
Ohne Sprache / Without language
Termine
Di 28.4.2026, 19:30 | Ticket
Mi 29.4.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Münchner Volkstheater
Bühne 1 Brienner Straße 50
D-80333 München
Vor ein paar Jahren verließ ein junges Paar die Stadt. Sie wollten auf dem Land neu anfangen, träumten davon, einen Ort der Zuflucht zu finden vor einer Welt, die ihnen immer bedrohlicher schien. Sie hatten sich und einen Traum. Ein altes, herunter gekommenes Haus sollte ihre Insel werden, Freund*innen und Verbündete wollten folgen, eine neue Gemeinschaft sollte entstehen.
Doch bald schon wurde die erste "Reichsflagge" in ihrer deutschen Nachbarschaft gehisst und die, die ausgezogen waren, ihre Ängste zu vergessen und ein neues Glück zu finden, stehen nun vor einer harten Entscheidung. Rückkehr? Aber wäre das nicht ein feiger Rückzug? Sollten sie vielleicht doch ein wenig geduldiger mit der braunen Dorfgemeinschaft sein? Auch diese Frage wäre zu groß für eine Beziehung, die längst nicht mehr weiß, ob ihre Liebe noch reicht um weiter zu machen. Und wann sind sie eigentlich falsch abgebogen? Keine Ahnung!
Also müssen sie sich erinnern, an die schönen Tage, an ihr Glück, den Verrat von Freunden, die längst wieder zurück sind in der trügerischen Sicherheit der woken Stadt. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, ihrem Scheitern, kommt das Paar einander gefährlich nah. Und am Ende? Schaffen sie es, nicht zu scheitern an der Verlogenheit unserer Welt, an zu großen Träumen, aneinander?
Maxim Gorki Theater Berlin
Text und Regie: Marco Damghani
Bühne: Hugo Gretler
Kostüme: Ragna Fiona Rabea Hemmersbach
Musik: Oscar Hoppe
Choreografie: Theresa Lantez
Lichtdesign: Günter Berghaus
Textmitarbeit: Duygu Ağal
Dramaturgie: Duygu Ağal, Viktorie Knotková
Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause
Termine
Di 28.4.2026, 20:00 | Ticket
Mi 29.4.2026, 0:00 | Ticket
Mi 29.4.2026, 21:00 | Ticket
Ort
Münchner Volkstheater
Bühne 3 Brienner Straße 50
D-80333 München
Gossip gesucht! Hast du Bushido schon in München gespottet? Kommt ein Outfit hier an JLos 2000 Versace Kleid ran? Oder kannst du einfach nicht aufhören, dich über Nicki Minaj zu ärgern? Und was treiben Heidi, Antigone und der Zauberer von Öz eigentlich abseits der Bühne?
Der Popcörner Stammtisch versteht sich als Zuhause für alle Klatschqueens und Tratschtanten, die stets über Stars, Sternchen und gesellschaftliche Nebengeräusche informiert sind – und Lust haben, sich gemeinsam darüber auszutauschen. Wiederkehrende Rituale wie "Hot or Not" und "Smash or Pass" machen die Teilnehmenden zu Juror*innen. Hinter vermeintlich oberflächlichem Tratsch steht eine Praxis des Teilens und Aushandelns von gesellschaftlichen Normen, ein Raum für Reflexion und Solidarität, in dem sich das Private mit dem Parasozialen und Politischen vermischt.
Bewertungen & Berichte Die Popcörner - Der Gossipstammtisch
Schauspiel
Der Idiot
von Milena Michalek nach Fjodor Michailowitsch Dostojewski und einem Text von Clara Kroneck
Fürst Myschkin wird in der Petersburger Gesellschaft immer wieder als "Idiot" bezeichnet. Nur so lässt sich erklären, dass er zu keiner Lüge imstande ist. Auf der Rückreise von einem Sanatoriumsaufenthalt lernt der Fürst im Zug Rogoschin kennen, der von seiner Leidenschaft zur "beängstigend schönen" Nastassja Filippowna erzählt. Rogoschin zieht den Fürsten in ein dunkles Beziehungsgeflecht, vor dem ihn auch seine Verwandten um die resolute Generalin Lisaweta Prokowjewna und deren kluger Tochter Aglaja nicht bewahren können. Für alle bleibt er ein gutmütiger "Idiot", ein heiliger Narr in Christo, der in die moderne Gesellschaft nicht passt, weil er ihr den Spiegel vorhält.
"Der Idiot" ist Dostojewskijs zweite "große Romantragödie", die die Autorin und Regisseurin Milena Michalek neu bearbeitet und für unsere heutige Zeit erschließt.
Theater Münster
Regie: Milena Michalek
Bühne: Robin Metzer
Kostüme: Charlotte Pistorius
Video: Grigory Shklyar
Dramaturgie: Rafael Jakob, Remsi Al Khalisi
Dauer: 3 Stunden 40 Minuten, eine Pause nach 1 Stunde 45 Minuten
Das Festival Radikal jung findet einmal jährlich am Münchner Volkstheater statt. Die Kurator*innen des Festivals laden jedes Jahr junge Talente im Bereich der Theaterregie ein, die sich mit ihren Arbeiten in der deutschen und europäischen Theaterlandschaft hervorgetan haben.
Vom 24. April bis 3. Mai 2026 zeigt das Festival für junge Regie erneut ein vielfältiges Spektrum an Ästhetiken und Themen junger Theatermacher*innen.
Zur 20. Ausgabe versammelt Radikal jung herausragende Nachwuchsregisseur*innen aus dem deutschsprachigen Raum. Zwölf Inszenierungen loten ästhetische Grenzen aus, befragen Klassiker neu und bringen aktuelle Stoffe mit großer Dringlichkeit auf die Bühne. Das Festival zeigt eine Generation, die mit formaler Entschiedenheit und politischer Wachheit auf eine Gegenwart reagiert, die nach neuen Erzählungen verlangt.
Kontakt
Münchner Volkstheater
Brienner Straße 50
D-80333 München