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Staatsschauspiel DresdenSchauspielhaus
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Bewertungen & Berichte Staatsschauspiel Dresden
Amadeus
von Peter Shaffer
in der Übersetzung von Nina Adler
Premiere: 17.10.2026 Schauplatz (und Tatort) der Geschichte ist die höfische Gesellschaft im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Der kaiserliche Hofkompositeur Antonio Salieri gilt als unangefochtene Autorität musikalischer Vollendung. In diese feste Ordnung schlägt wie ein Komet das Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart ein und sprengt nicht nur die Grenzen musikalischer Maßstäbe, sondern auch soziale Normen.
Was Salieri in Mozarts Musik erkennt, erschüttert ihn zutiefst. Zwischen den beiden Komponisten entsteht ein Verhältnis voller Bewunderung, Nähe und Rivalität. Je deutlicher Salieri die Größe des anderen wahrnimmt, desto schmerzhafter wird die Erkenntnis der eigenen Begrenztheit. Sein Glaube an eine gerechte göttliche Ordnung gerät ins Wanken. Denn die Begegnung mit dem Genie löst nicht nur Bewunderung aus, sondern legt auch die eigenen Sehnsüchte, Kränkungen und Grenzen schonungslos offen. Salieris Blick auf Mozart schwankt zwischen innigster Bewunderung und tiefstem Ressentiment – ein innerer Kampf, in dem allerlei als Todsünden verdichtete Gefühle Gestalt annehmen. Die Legende um Mozarts Tod bildet dabei weniger den Kern als den Ausgangspunkt einer existenziellen Auseinandersetzung mit Kunst, Anerkennung und der Frage, warum die Begegnung mit außergewöhnlicher Begabung so oft Bewunderung, Kränkung und Selbstzweifel hervorruft.
Diese komplexe Dynamik zwischen Erschaffen und Zerstören beschrieb der britische Autor Peter Shaffer mit großem psychologischem Gespür und ahistorischer Kühnheit in seinem Theaterklassiker AMADEUS. Angelegt als existenzielles Künstlerporträt und opulentes Kriminalstück lotet Shaffers Schauspiel nicht nur die Beziehung zwischen dem musikalischen Ausnahmetalent Wolfgang Amadeus Mozart und dem Kapellmeister Antonio Salieri aus, sondern richtet den Blick zugleich auf das Wien seiner Zeit: auf eine Gesellschaft zwischen Bewunderung und Konvention, die sich von Mozarts Kunst begeistern, provozieren und herausfordern lässt.
Regie: Daniela Löffner
Bühne / Kostüme: Claudia Kalinski
Kostüme: Daniela Selig
Musik: Matthias Erhard
Lichtdesign: Peter Lorenz
Dramaturgie: Kerstin Behrens
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Meister und Margarita
nach dem Roman von Michail Bulgakow
Premiere: 14.11.2026Deutsch von Alexander Nitzberg
Bühnenfassung von Lilja Rupprecht und Jörg Bochow
In Bulgakows Moskau der 1930er Jahre ist buchstäblich der Teufel los. Einem Literaturkritiker wird durch eine Straßenbahn der Kopf vom Rumpf getrennt, im Varieté fällt ein Geldregen, der sich später in Nichts auflöst, auf das Publikum. Menschen verschwinden und tauchen in Sekundenschnelle in weit entlegenen Städten auf. In Bulgakows Roman, der jahrzehntelang nicht gedruckt werden durfte, werden die Geschichten des Wirkens des teuflischen Woland und seiner Begleiter eingebettet in die Erzählung der großen Liebe zwischen Margarita und dem verfemten Schriftsteller, der einen Roman über Pontius Pilatus und Jesus geschrieben hatte. Diese Fiktion über das historische Geschehen in Jerusalem bildet die dritte Ebene in MEISTER UND MARGARITA, sie wird beglaubigt durch Woland, denn er war dabei, als Jesus verurteilt wurde! Angesichts der existentiellen Not Margaritas und ihres geliebten Schriftstellers, dessen Roman in einer Medienkampagne gebrandmarkt wird, kann nur noch der Teufel zu Hilfe kommen. Lilja Rupprecht greift in ihrer vierten Inszenierung am Staatsschauspiel Dresden die drei Erzählebenen des Romans auf und zeigt die frappierende Modernität von Bulgakows Meisterwerk.
Regie: Lilja Rupprecht
Bühne: Paula Wellmann
Kostüme: Christina Schmitt
Musik: Philipp Rohmer
Video: Moritz Grewenig
Lichtdesign: Konrad Dietze
Dramaturgie: Jörg Bochow
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Bandscheibenvorfall
ein Abend für Leute mit Haltungsschäden
von Ingrid Lausund
Spätestens seit der Serie STROMBERG ist allgemein bekannt, wie absurd komisch alltäglicher Bürowahnsinn sein kann – insbesondere in sogenannten „Bullshit Jobs“, die so sinnlos oder gar schädlich sind, dass selbst die sie Ausführenden ihre Existenz nicht rechtfertigen können. Ingrid Lausund, deren Sinn für Situationskomik nicht nur im TATORTREINIGER bisweilen makabre Blüten treibt, stellt dies in ihrer Farce erneut unter Beweis: Zwischen exzessiv genutzter Kaffeemaschine und Raucherkabuff, in das sich auch mal für diskrete Gefühlsausbrüche zurückgezogen werden kann, steigen hier fünf Angestellte in den Ring, um die bestmögliche Performance beim Vorgesetzten zu liefern. In Erwartung des geradezu metaphysisch abwesenden Chefs lavieren sie mit ausgefahrenen Ellenbogen in dessen Vorzimmer umeinander herum, wobei von subtilen Demütigungen bis hin zum in den Rücken gerammten Messer jedes Mittel recht ist, um in der Nahrungskette aufzusteigen. Bei wem schlägt sich der Duft des Erfolgs bereits im Aftershave nieder? Wer hat die meisten Coachings absolviert, um die Schafsmentalität abzulegen und zum Wolf zu werden? Und wer geht die Akten am souveränsten durch, ohne dass beim aggressiven Umblättern peinlicherweise eine Seite reißt?Während immer wieder Angestellte mit Papphütchen und anderen grotesken Verunstaltungen von der Audienz im Chefzimmer zurückkehren, steigt der Druck. Unter neurotischen Verhaltensmustern begrabene Empfindungen brechen sich unvermittelt Bahn: Da finden verdrängte Kindheitserinnerungen ihren Weg an die Oberfläche, und beim gemeinsamen Essen in der Kantine schimmert schon mal der ein oder andere Urlaubstraum auf. Doch wächst sich der Sturm im Wasserglas gar zur echten Meuterei aus? Oder lässt sich stattdessen etwas menschliche Wärme erzeugen, indem einfach mal zusammen ein Lied gesungen wird?
Regie: Philipp Lux
Bühne: Sabrina Rox
Kostüme: Katja Strohschneider
Musik: Vredeber Albrecht
Lichtdesign: Konrad Dietze
Dramaturgie: Lea Aupperle
Dauer der Aufführung: ca. 1 Stunde und 55 Minuten.
Keine Pause.
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Nathan der Weise
von Gotthold Ephraim Lessing
Nathan kommt von einer Reise zurück und findet sein Haus abgebrannt. Er bangt um das Leben seiner jüdisch erzogenen Tochter Recha, die vom christlichen Tempelherrn aus den Flammen gerettet wurde. Dass dieser Tempelherr selbst am Leben ist, grenzt an ein Wunder: Nur aufgrund der Ähnlichkeit mit dem jüngeren Bruder des muslimischen Sultans Saladin hat dieser ihn von der Hinrichtung verschont.Gotthold Ephraim Lessing lässt sein dramatisches Gedicht um den weisen Juden Nathan in Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge spielen. Immer wieder hatten christliche Eroberer versucht, die Stadt, die zu dieser Zeit der Kristallisationspunkt aller drei monotheistischen Weltreligionen ist, einzunehmen. Lessing zeigt den mühsamen und oft gefährdeten Versuch Nathans, über alle religiösen und kulturellen Grenzen hinweg eine Verständigung zu erreichen, die sich auf Toleranz und Humanismus gründet. Bewusst wählt er den Juden Nathan als Botschafter seines aufklärerischen Denkens, er gibt auch Saladin Züge eines aufgeklärten Herrschers und zeigt den religiösen Fanatismus vor allem in den Figuren, die das Christentum vertreten. Nicht nur mit der berühmten Ringparabel gibt der Autor ein Beispiel für die Kraft des Argumentierens, die der Gewalt entgegensteht.
Der Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer arbeitet in seiner ersten Inszenierung für das Staatsschauspiel Dresden heraus, wie gefährdet Lessings Utopie war und ist und wie viel es kostet, sie immer wieder zu bewahren.
Regie: Hermann Schmidt-Rahmer
Bühne: Pia Maria Mackert
Kostüme: Regine Standfuss
Lichtdesign: Peter Lorenz
Dramaturgie: Jörg Bochow
Dauer der Aufführung: 2 Stunden und 30 Minuten. Eine Pause.
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Piaf
Mythos, Rausch und Wirklichkeit
Ein Abend von Laura Linnenbaum und Ensemble
Am Ende ihres kurzen Lebens bereut Édith Piaf nichts und hat doch alle Höhen und Tiefen mitgenommen: Nachdem sie als Kleinkind im großmütterlichen Bordell beinah verhungert, holt ihr Vater sie zum Zirkus. Im Alter von 15 Jahren beginnt sie, auf den Straßen von Paris zu singen, wird entdeckt und berühmt und lebt den Traum vom Aufstieg aus dem Nichts. Als ihre große Liebe, der Boxweltmeister Marcel Cerdan, bei einem Flugzeugabsturz stirbt, beginnt sie selbst zu straucheln. Doch trotz Alkohol- und Drogensucht, mehrerer schwerer Autounfälle und unheilbarer Krankheiten rappelt sich „la môme piaf“ (der kleine Spatz) immer wieder auf, kämpft sich zurück auf die Bühnen der Welt und verarbeitet ihren Schmerz in unsterblichen Chansons wie LA VIE EN ROSE, MILORD und NON, JE NE REGRETTE RIEN.Der Abend entstand unter Verwendung von Textsegmenten aus der Biografie ÉDITH PIAF – HYMNE AN DAS LEBEN von Jens Rosteck und aus dem Monolog DER SCHÖNE GLEICHGÜLTIGE von Jean Cocteau.
Regie: Laura Linnenbaum
Bühne: Bettina Meyer
Kostüme: David Gonter
Musik: David Rimsky-Korsakow
Musikalische Leitung: Christoph Iacono
Sprachcoaching: Rachel Raoul
Lichtdesign: Konrad Dietze
Tondesign: Torsten Staub
Dramaturgie: Sophie Scherer
Dauer der Aufführung: 2 Stunden und 40 Minuten. Eine Pause.
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Der Besuch der alten Dame
Tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt
Hilflos sieht die Gemeinde Güllen dem Niedergang ihres Städtchens entgegen, das kurz vor dem finanziellen Zusammenbruch steht. Letzte Hoffnung ist die als Wohltäterin bekannte Claire Zachanassian, die nach Güllen, an den Ort ihrer ersten Liebe, zurückkehrt. Sie ist in einem alle Erwartungen übersteigenden Maße bereit, dem heruntergekommenen Städtchen auf die Beine zu helfen: Ich gebe euch fünfhundert Millionen für die Stadt und fünfhundert Millionen verteilt auf jede Familie. Die Bedingung dafür ist jedoch so absurd und anachronistisch, dass sie niemand so ernst nimmt, wie sie gemeint ist: Die alte Dame wird dann Güllen eine Milliarde zahlen, wenn jemand ihren ehemaligen Geliebten Alfred Ill tötet. Vor 45 Jahren war die junge Klara Wäscher (wie sie damals hieß) von ihm schwanger, woraufhin Alfred Ill ihre Liebe verriet und Klara verließ und verleumdete. Sie wurde ausgegrenzt und stigmatisiert und musste, von Hohn und Spott begleitet, die Stadt verlassen.Auf ihre moralische Integrität verweisend, lehnt die Güllener Bevölkerung das Angebot der zurückgekehrten alten Dame empört ab – und beginnt gleichzeitig, über ihre Verhältnisse zu leben. Täglich fällt es schwerer, der Versuchung zu widerstehen, aus dem Vollen zu schöpfen ...
„Die Welt ist ein Pulverfass, in der das Rauchen nicht verboten ist.“ Neben seinen Theaterstücken machten Sätze wie dieser den Autor, Denker und Maler Friedrich Dürrenmatt weltberühmt. Sein bekanntestes Stück DER BESUCH DER ALTEN DAME wurde 1956 in der Schweiz uraufgeführt und anschließend auf allen Kontinenten gespielt. Zeit seines Lebens schrieb Dürrenmatt aus der Überzeugung heraus, dass „einer heillosen Welt wie der unseren nur mit der Komödie beizukommen ist“. Als er 1991 starb, hatte sein „böses Stück“ über die Allmacht des Geldes in der Wohlstandsgesellschaft bedrückend an Aktualität gewonnen. Doch der Dramatiker blieb bei seiner Auffassung, dass „dieser Komödie, die tragisch endet, nichts mehr schadet als tierischer Ernst: Es gibt keine Humanität ohne Humor“.
Dauer der Aufführung: ca. 2 Stunden und 10 Minuten.
Eine Pause.
Regie: Nicolai Sykosch
Bühne: Hansjörg Hartung
Kostüme: Britta Leonhardt
Lichtdesign: Peter Lorenz, Andreas Barkleit
Dramaturgie: Uta Girod
Musikalische Mitarbeit: David Kosel
Dauer der Aufführung: ca. 2 Stunden und 10 Minuten.
Eine Pause.
In der Inszenierung kommt nach 120 Minuten für 60 Sekunden ein Stroboskopeffekt zum Einsatz. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Abendpersonal!
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Der talentierte Mr. Ripley
nach dem Roman von Patricia Highsmith
Der strauchelnde Tom Ripley bekommt einen lukrativen Auftrag. Er soll nach Italien reisen und dort den üppig alimentierten, aber müßiggehenden Stammhalter einer Reedereifamilie dazu bewegen, nach New York und zu seinen Pflichten zurückzukehren. Doch Ripley verliebt sich in den jungen Abkömmling oder mehr noch in dessen Status. Er will Teil dieser Bohème sein und gewinnt das Vertrauen des begehrenswerten Dandys. Als jedoch Verlangen und Kränkung aufeinandertreffen, tötet er den reichen Junior und baut sich auf den Trümmern seines Opfers eine neue Existenz auf. Damit macht Ripley seinem Namen alle Ehre: Als „Ripper“ und „Rip-off“ plagiiert und kopiert er bis zur Perfektion den Habitus einer ganzen Klasse.Ripley war Patricia Highsmiths liebstes Alter Ego und bevorzugter Verbrecherheld ihres literarischen Schaffens. Der 1955 erschienene und umgehend prämierte Roman DER TALENTIERTE MR. RIPLEY kreist um zwei Lebensthemen der Autorin: das Versteckspiel um die eigene Identität und die Natur des Bösen.
Regie und Fassung: Daniela Löffner
Bühne: Fabian Wendling
Kostüme: Carolin Schogs, Isabelle Lange
Musik: Matthias Erhard
Lichtdesign: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Sophie Scherer
Dauer der Aufführung: ca. 4 Stunden. Eine Pause.
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Candide oder der Optimismus
nach Voltaire mit Texten von Soeren Voima
Ist es nicht eine gute Haltung, den Optimismus nicht zu verlieren angesichts katastrophaler Entwicklungen? Voltaire ließ in seiner 1759 erschienen satirischen Novelle seinen naiven Helden Candide an die Lehren des Hoflehrers Pangloss glauben, der von der besten aller möglichen Welten sprach. Doch Candide muss lernen, dass Wirklichkeit und Ideale nicht übereinstimmen, er wird aus dem höfischen Liebesnest mit der Fürstentochter Kunigunde vertrieben und lernt auf seiner erzwungenen Reise um die Welt eine ganz andere Realität kennen.In den Texten von Soeren Voima wird Voltaires Candide auf eine fantastische Irrfahrt durch unsere heutige Welt geschickt. Dieser neue Candide kommt 1990 aus Radebeul zum Studium nach Amerika, wird schnell vom Glück verlassen, lässt sich aber von den Schicksalsschlägen nicht unterkriegen und überlebt in einer Zeit, die geprägt ist von Krieg, Ausbeutung, Armut und Korruption. Irgendwann dämmert es dem tragisch-komischen Helden, dass er sich auf die Lehren von Pangloss nicht verlassen kann. Wie umgehen mit den multiplen Krisen der Gegenwart? Volker Löschs Inszenierung sucht nach möglichen Perspektiven und überraschenden Lösungsansätzen.
Regie: Volker Lösch
Bühne: Cary Gayler
Kostüme: Melina Poppe
Video: Michel Kekulé
Lichtdesign: Andreas Barkleit, Johannes Zink
Dramaturgie: Jörg Bochow
Dauer der Aufführung: ca. 2 Stunden und 35 Minuten.
Eine Pause.
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Endstation Sehnsucht
von Tennessee Williams
Deutsch von Helmar Harald Fischer
Blanche DuBois stammt aus einer reichen Familie. Machtlos musste sie zusehen, wie nach dem Tod der Eltern der Familienbesitz verfiel und zwangsversteigert wurde. Als sie dann auch noch ihre Stellung als Lehrerin verliert, sucht sie mit dem wenigen, das ihr außer ihrer guten Erziehung geblieben ist, Zuflucht bei ihrer schwangeren Schwester Stella. Diese lebt inzwischen mit Stanley zusammen, einem polnischen Arbeiter, der in ärmlichen Verhältnissen lebt. Doch anders als Stella, die über ihre Liebe zu Stanley die einfachen und beengten Bedingungen übersieht, in denen sie lebt, findet sich Blanche in diesen Verhältnissen nicht zurecht. Für Stanley, dessen Leben nur aus Poker und Bowling zu bestehen scheint, hat sie nur Verachtung übrig. Stanley wiederum bringen der Dünkel und die Affektiertheit seiner Schwägerin auf die Palme. Schnell findet er heraus, dass sich hinter ihren schillernden Erzählungen Lebenslügen verbergen. Während Stella zur Entbindung ins Krankenhaus muss, eskaliert die Situation.Tennessee Williams’ 1948 mit dem Pulitzer-Preis geehrtes Meisterwerk erzählt psychologisch genau von sozialem Abstieg, Sehnsüchten und Selbstbetrug.
Regie: Laura Linnenbaum
Bühne: Bettina Meyer
Kostüme: Philipp Basener
Musik: Lothar Müller
Lichtdesign: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Dauer der Aufführung: 2 Stunden und 40 Minuten. Eine Pause.
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Love, Death & Shadows
William Shakespeares Sonette
Es waren die Romantiker, die Shakespeares Sonette aus ihrem Schattendasein herausholten und als literarische Meisterwerke feierten. Seitdem sind sie immer wieder neu befragt und interpretiert worden: An wen sind sie adressiert, wer war der junge Geliebte, wer die Dark Lady? Unabhängig davon fasziniert diese Dichtung durch ihre sinnliche Kraft. Die Fragen nach Begehren und Vergänglichkeit werden immer wieder variiert. Die Erfahrungen von Machtkämpfen, Epidemien und dem aufkommenden Kapitalismus gehen in die Sonette ein und markieren den gesellschaftlichen Hintergrund. 40 Jahre nach Wolfgang Engels legendärer Inszenierung am Staatsschauspiel Dresden widmet sich Regisseur Christian Friedel erstmals wieder mit LOVE, DEATH & SHADOWS den Sonetten Shakespeares und interpretiert sie in einer genreübergreifenden Inszenierung. Gemeinsam mit dem Spielensemble des Staatsschauspiels Dresden und den Musikern von Woods of Birnam agieren Tänzer*innen des Semperoper Balletts.Regie: Christian Friedel
Bühne: Fabian Wendling
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Woods of Birnam
Musikalische Einstudierung: Thomas Mahn
Choreografie: Valentí Rocamora i Torà, Kinsun Chan
Video: Clemens Walter, Jonas Dahl
Lichtdesign: Johannes Zink
Dramaturgie: Jörg Bochow, Uta Girod
Dauer der Aufführung: 2 Stunden und 35 Minuten.
Eine Pause.
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Träume in Europa
von Wolfram Lotz
Träume sind radikal subjektiv, und sie entwickeln eine eigene, unvorhersehbare Dynamik. Im Traum ist alles möglich, die Grenzen von Raum und Zeit werden fließend und neue, ungeahnte Perspektiven und Zusammenhänge erscheinen, um gleich darauf wieder zu verschwinden. Träume haben aber auch eine soziale Dimension: Von der Antike bis zur Frühmoderne wurden Träume gedeutet, in der Hoffnung, die Zukunft vorhersehen zu können oder die Wunden der Vergangenheit zu verstehen. Heute haben Träume ihren wahrsagenden Charakter für die Gesellschaft weitgehend verloren und werden individuell gedeutet. Der Autor Wolfram Lotz hat in europäischen Internetforen einzelne Traumbeschreibungen gesammelt, sie bearbeitet und zu einem Gesamttext verdichtet. Damit entstand nicht nur eine besondere Form der Literatur, sondern auch ein Abbild des Weltempfindens in Europa. Regisseur Sebastian Hartmann erschafft aus diesen Traumlandschaften ein neues Theaterstück.Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Friederike Bernhardt
Choreografie: Rônni Maciel
Lichtdesign: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Jörg Bochow
Dauer der Aufführung: ca. 3 Stunden und 20 Minuten.
Eine Pause.
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Mephisto
nach dem Roman von Klaus Mann
Fassung: Sophie Scherer, Nicolai Sykosch
Der Pakt mit dem Teufel und die verkaufte Seele: Diese Metapher verknüpft in Klaus Manns Roman MEPHISTO die Machtergreifung der Nationalsozialisten mit dem Auftrieb künstlerischer Karrieren am Theater. Umstrittener Held der fragwürdigen Erfolgsgeschichte ist der Schauspieler Hendrik Höfgen, der sowohl seine Gesinnung als auch seine Geliebte dem beruflichen Aufstieg opfert. Und obwohl nach Veröffentlichung des Romans schnell klar wurde, dass es sich bei dieser Romanfigur um den literarischen Wiedergänger des Schauspielers Gustaf Gründgens handelt, betonte Mann stets das Exemplarische solch opportunistischer Lebensläufe. Was im Roman dramaturgisch zugespitzt ist, blieb im Leben jedoch oft uneindeutiger: Wo wich die politische Verantwortung Einzelner dem Selbsterhaltungstrieb? Wo machten Stars wie Gründgens fatale Zugeständnisse an ein System, das auch für sie nicht ungefährlich war?MEPHISTO stellt uns nicht nur die Frage nach moralischer Urteilskraft, sondern verbunden mit unserer Gegenwart auch jene nach der Kühnheit, mit der wir Urteile fällen über Menschen in gesellschaftlichen Zusammenhängen, die wir längst überwunden glaubten.
Regie: Nicolai Sykosch
Bühne: Stephan Prattes
Kostüme: Britta Leonhardt
Musik: David Kosel
Musikalische Einstudierung: Thomas Mahn
Choreografie: Björn Helget
Lichtdesign: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Sophie Scherer
Dauer der Aufführung: ca. 3 Stunden. Eine Pause.
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Ein Sommernachtstraum
von William Shakespeare
Deutsch von Angela Schanelecin Zusammenarbeit mit Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
In einem alten Londoner Palast fand anlässlich einer Vermählung Ende des 16. Jahrhunderts die erste Aufführung des SOMMERNACHTSTRAUMS statt. Und mit den Vorbereitungen für ein Hochzeitsfest beginnt auch Shakespeares beliebtestes Stück: Mit Feuereifer und fest überzeugt von ihrem schauspielerischen Talent, planen Handwerker die Aufführung einer „tieftragischen Komödie“, mit der sie bei den Feierlichkeiten der Eheschließung ihres Herzogs Theseus mit der Amazonenkönigin Hippolyta punkten wollen. Die Vorfreude Theseus’ wird allerdings von der Beschwerde eines Mannes über seine Tochter Hermia getrübt, die gegen den väterlichen Willen ihren Freund Lysander heiraten will und nicht den ihr zugedachten und sich nach ihr verzehrenden Demetrius. Das Liebespaar flieht nachts vor der angekündigten Strafe in Wald und Wildnis, verfolgt von Demetrius, der Hermias Freundin Helena nicht loswird, die ihn leidenschaftlich begehrt.
Sie ahnen nicht, dass sie ins Reich des Elfenkönigs Oberon und seiner Frau Titania geraten sind, zwischen denen ein wilder Streit tobt. Liebe macht blind, und so hat Elf Puck aus Oberons Gefolge leichtes Spiel, unter all den Nachtschwärmern heillose Verwirrung anzurichten. Wenige Tropfen eines besonderen Blütensafts reichen ihm, um in seinen Opfern glühendes Verlangen nach dem erstbesten Geschöpf zu entfachen. Glück schlägt in Verzweiflung um, Abscheu in Leidenschaft und selbst ein Esel wird begehrenswert. Bleibt nur zu hoffen, dass Puck in den Liebeswirren nicht den Überblick verliert. Oder ist das alles nur Rausch und Traum?
mit freundlicher Unterstützung unseres Projektpartners Ostsächsische Sparkasse Dresden
in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Dauer der Aufführung: 2 Stunden und 35 Minuten.
Eine Pause.
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Nora
von Henrik Ibsen
ins Deutsche übertragen von Marie von Borch
„Aber es hatte doch auch seinen Reiz, so hinter verschlossener Tür zu sitzen, zu arbeiten und Geld zu verdienen. Ich kam mir fast wie ein Mann vor.“ NoraWas ist eine Ehe wert, und was kostet sie? Nora lebt in einer gesellschaftlich anerkannten, finanziell jedoch fragilen bürgerlichen Existenz. Für den Erhalt ihrer Familie war sie bereit, jeden Preis zu zahlen. Heimlich nimmt sie einen Kredit auf, um das Leben ihres erkrankten Mannes Torvald zu retten – und schreckt dabei auch nicht davor zurück, die notwendige Bürgschaft durch eine gefälschte Unterschrift zu sichern. Eine Tat, die juristisch fragwürdig, gesellschaftlich skandalös und zunächst verborgen bleibt.
Gerade als sie glaubt, dass ihre finanziellen Sorgen bald vorbei sind, bleibt ihr Geheimnis nicht folgenlos: Krogstad, der ihr das Geld borgte, droht mit Enthüllung, um seinen eigenen Ruf und Arbeitsplatz zu retten. Auch andere geraten in dieses Geflecht aus Abhängigkeiten: Christine Linde, Noras Freundin, benötigt eine Anstellung bei Torvald, um wirtschaftlich zu überleben; Dr. Rank, ein Vertrauter der Familie, verspricht Nora zwar Hilfe, doch nur zum Preis neuer Abhängigkeiten.
Für Torvald ist die Ordnung der Dinge dennoch eindeutig: Er sorgt für Einkommen und Regeln, sie für Leichtigkeit und Anpassung. Als alles auffliegt, muss Nora entscheiden, ob sie weiterhin als Schuldnerin dieser Familie oder als Gestalterin ihres eigenen Lebens weiterleben will.
Regie: Tom Kühnel
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Matthias Trippner
Lichtdesign: Peter Lorenz
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Dauer der Aufführung: 2 Stunden. Keine Pause.
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Hamlet
von William Shakespeare
In Dänemark ist nichts, wie es war. Dem krisengebeutelten Königreich droht der Untergang; etwas ist faul im Staate. Mittendrin der Königssohn: Hamlet. Gerade eben hat er noch seinen Vater zu Grabe getragen, da muss er seinen Onkel als neuen Mann der Mutter akzeptieren. Und Ophelia, die er liebt, spioniert ihm vermeintlich im Dienst seiner Gegner nach. Eine Welt aus Lug und Trug, so scheint es Hamlet. Woher sollte da noch Vertrauen kommen? Hamlet strauchelt. Er schwankt. Innerlich zerrissen, will er den Tod seines Vaters rächen. Und damit setzt er ein mörderisches Spiel in Gang.Regisseur Roger Vontobel stellt in seiner Inszenierung die Frage, wie richtiges Handeln möglich ist, wenn man den Spagat zwischen privater Not und politischer Realität machen muss. Wer ist hier im Recht? Wer lügt? Wer sieht noch klar? Wer ist wahnsinnig und wer vernünftig in dieser Welt, die aus den Fugen geraten ist?
Shakespeares HAMLET feierte im November 2012 Premiere am Staatsschauspiel Dresden – mit Christian Friedel in der Titelrolle. Besonders macht diese HAMLET-Inszenierung die eigene musikalische Erzählebene, für die Christian Friedel mit seiner Band Woods of Birnam die Songs geschrieben hat und die diesen Theaterabend auch zu einem furiosen Shakespeare-Konzert werden lässt.
Nach mehr als sieben Jahren am Düsseldorfer Schauspielhaus, kehrt Roger Vontobels Inszenierung nun ab November 2026 zurück auf die Bühne des Dresdner Schauspielhauses.
Regie: Roger Vontobel
Bühne: Claudia Rohner
Kostüm: Ellen Hofmann
Musik: Woods Of Birnam
Dramaturgie: Robert Koall
Licht: Michael Gööck
Dauer der Aufführung: ca. 3 Stunden und 30 Minuten. Eine Pause.
Hamlet bewerten:
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Ronja Räubertochter
von Astrid Lindgren
für die Bühne bearbeitet von Christian SchönfelderAuf ganz eigene Weise erobert Räuber Mattis’ Tochter Ronja den Wald, der die altehrwürdige Mattisburg umgibt und ihr Zuhause wird. Sie nimmt es mit Wilddruden, Graugnomen und Rumpelwichten auf, trotzt allen Wettern und liebt das Leben, ihre Eltern und die Räuberbande. Nur dem furchterregenden Höllenschlund darf sie sich nicht nähern, der die Festung nach einem Blitzschlag in zwei Hälften teilte. Ronja umgeht das Verbot und begegnet dort Birk, dem Sohn von Mattis’ Erzfeind Borka, der mit seiner Räuberbande ungefragt den anderen Teil der Mattisburg bezogen hat. Von nun an treffen sich die Kinder heimlich und stehen einander bei, während die Erwachsenen stur und unversöhnlich ihre Fehde austragen. Ronja und Birk stellen sich mit ihrer Freundschaft, Mut, Respekt und eigenständigen Entscheidungen dem andauernden Hass zwischen den beiden Banden entgegen.
Astrid Lindgrens 1981 erschienenes Buch ist seitdem für Generationen von Kindern zur Lieblingslektüre und Ronja zur Identifikationsfigur geworden.
Regie:Jan Gehler
Bühne: Sabrina Rox
Kostüme: Katja Strohschneider
Musik: Jan Maihorn
Lichtdesign: Konrad Dietze
Dramaturgie: Uta Girod
mit freundlicher Unterstützung unseres Projektpartners Ostsächsische Sparkasse Dresden
Dauer der Aufführung: 1 Stunde und 40 Minuten. Keine Pause.
Ronja Räubertochter bewerten:
Bewertungen & Berichte Ronja Räubertochter
Staatsschauspiel Dresden
Schauspielhaus
Das Staatsschauspiel Dresden gehört zu den renommiertesten Theatern im deutschsprachigen Raum und steht für Inszenierungen in großer ästhetischer Vielfalt. Pro Spielzeit werden in beiden Spielstätten, dem Schauspielhaus in der Altstadt und dem Kleinen Haus in der Dresdner Neustadt, ca. 25 Premieren aufgeführt, von denen zahlreiche Uraufführungen und Auftragswerke zeitgenössischer Autor*innen sind.Staatsschauspiel Dresden bewerten:
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