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ARTfair Special 2025 - Sequel:
Galerie Dikmayer, Berlin/DE
ARTfair INNSBRUCK
POSITIONEN REALISTISCHER & PHANTASTISCHER KUNST IM INTER. KONTEXT 2025
Der renommierte Galerist Joachim Dikmayer präsentiert erneut ein sorgfältig kuratiertes ART Special unter dem Leitthema „Phantastischer Realismus“.
Die Galerie Dikmayer in Berlin pflegt eine enge Kooperation mit dem Haus Schulenburg in Gera – einem architektonischen Kleinod, das regelmäßig wechselnde Ausstellungen zeigt. Im Mittelpunkt stehen Werke des 20. Jahrhunderts sowie bedeutende Positionen der Gegenwart. Mehrere Künstlerinnen und Künstler der Galerie waren bereits mit Einzelausstellungen und Kabinettausstellungen in renommierten Museen vertreten; weitere spannende Präsentationen sind bereits in Planung. In den letzten Jahren wurden unter anderem Arbeiten führender Vertreter der international angesehenen Wiener Schule des Phantastischen Realismus gezeigt – darunter herausragende Künstler wie Ernst Fuchs und Rudolf Hausner sowie deren Nachfolger.
Im Mittelpunkt des Galerieprogramms steht die zeitgenössische Kunst. Ziel ist es, diese auf namhaften Plattformen des Kunstmarkts – wie etwa der ARTfair Innsbruck – wirkungsvoll zu präsentieren. Dabei wird eine spannungsreiche Verbindung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angestrebt, ohne sich dogmatisch festzulegen. Entscheidend sind dabei vor allem ästhetische Qualität und künstlerische Exzellenz.
Vor allem wenn es um Malerei oder Bildende Kunst geht.
Als ich 2011 die Urväter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, zunächst Ernst Fuchs und später Arik Brauer, in ihren Ateliers im Phantastenmuseum Wien kennenlernte, war eines klar: Sterne am Himmel kommen und können schnell im Universum „verglühen“.
Immer wieder konnte ich in Kunstkreisen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und weiteren Ländern Europas feststellen, dass die Wiener Schule und deren nächste Generation so gut wie nicht bekannt war. Einzelne Künstler schon, wie Fuchs und Hausner.
Vor einigen Jahren sagte ich im Interview mit einem österreichischen Radiosender, der von der ART Innsbruck berichtete: „Ein Berliner Galerist holt die weltweit berühmte Schule nach Österreich zurück“.
Bei den Großmeistern und Gründern dieser weltberühmten Richtung gab es diese Einordnung nicht. Ernst Fuchs sagte mir, dass er den Begriff „Wiener Schule“ nicht gut findet. Arik Brauer wollte die Dinge nicht so malen, wie man sie sieht, sondern was hinter ihnen steckt. Sein Ziel war es, die Welt mit all ihren positiven und auch negativen Facetten zu zeigen. Das Malen war für ihn eine Art "waches Träumen".
Wie dem auch sein. Die Kunstwissenschaft und Medien haben dafür gesorgt, dass man es so übernommen hat und umschreibt.
Der von Johann Muschik in den 1950er Jahren geprägter Begriff kann als eine Strömung in der österreichischen Kunst angesehen werden. Sie steht dem Surrealismus nahe und beschreibt die wichtigste Richtung des phantastischen Realismus. Die Malweise wirkt nicht abstrahierend oder abstrakt, sondern orientiert sich an der technischen Perfektion der Alten Meister, wie Bottichelli, da Vinci, Donatello, van Eyck, Dürer, Michelangelo u.a.
Die Motive sind phantastisch-unwirkliche Kreationen, manchmal mit schockierenden, apokalyptischen Inhalten, oft mit einer Orientierung am Manierismus. Ab der ersten gemeinsamen Ausstellung im Wiener Belvedere 1959, der bald weitere Ausstellungen auch im Ausland folgten, erzielte die Wiener Schule ihren Durchbruch zu internationaler Rang. Eine besondere Breitenwirkung erreichte ihre Kunst über Druckgrafiken in großer Auflage sowie durch zahlreiche Schüler.
Selbst die Bilder Caspar David Friedrich, der zurzeit mit großen Ausstellungen zu seinem 250 Jahre Jubiläum gefeiert wird, gehört zu deren Inspiration.
Auch heute stellen sich Künstler und nachfolgende Künstlergeneration, der sogenannten the next generation, wie Rainer Stern, Peter Gric, Fritz Jantschka, Peter Proksch, Otto Rapp und Michael Fuchs selbstbewusst hinter der technisch perfekten und feinsinnigen Malereien der Altmeister und Romantik. Sie orientieren sich mit Humor und Ironie an den Werken der Gründern der Wiener Schule Ernst Fuchs, Arik Brauer, Rudolf Hausner, Anton Lemden.
Im Kern geht es ihnen darum, sich von anderen Kunstströmungen, wie der ungegenständlichen Kunst abzuheben. Sie nicht zu negieren, sondern davon zu lernen und den ästhetischen Wert weiter zu entwickeln. Gerade in den 50iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das ein mutiger Schritt, denn ideologisch wollte man sich nicht am Naturalismus der National-sozialisten erinnert wissen.
Daher habe ich mit Erich Peichl, Chef des Phantasten Museums Wien, ein Konzept besprochen und deren Vertreter zu einer ersten zusammenhängenden Preview mit 50 Kunstwerken im Herbst 2011 für 6 Wochen nach Berlin Mitte in meine Galerie auf der Fischerinsel eingeladen. Die Ausstellung war ein großer Erfolg.
In den Folgejahren, ab 2013 prägte jede Sonderschau der Galerie Dikmayer Berlin | Hauptstadt Galerie, auf der ART Innsbruck und später ARTfair Innsbruck das Spezial „Neue Positionen gegenständlicher, abstrakter und phantastischer Kunst“. Besonders auch auf der bevorstehenden ARTfair.
Neben Ernst Fuchs, Arik Brauer, Rainer Stern und Rita Stern versammelten sich im Laufe der Jahre Künstler der Galerie, wie Jens Fasel, Klaus Grape, Torsten Gebhardt, Hartwig Jacoby, Bernd Schiller, Jutta Maria Clemens, Yvonne Bautz, Peter Kurgan, Erwin Lehrmann und Gisela Lehmann, um einige stellvertretend für alle zu nennen.
Insgesamt kommt die Galerie auf 14 Sonderschauen, zählt man die diesjährige dazu. 2-mal hintereinander war sie auf der ART Salzburg vertreten. Besonders 2019 zum Thema „100 Jahre Bauhaus“, gab es ein erfolgreich präsentiertes Special in Kooperation mit dem weltweit angesagten „Henry van der Velde Museum - Haus Schulenburg Gera“ mit Original Möbeldesign von Marcel Breuer und Malerei von Bernd Schiller. Das Museum ist diesjähriger Gewinner des „Europäischen Kulturerbe Preises / Europa Nostra Award 2024“.
Und hier liegt das Besondere und das Konzept der kuratierten Sonderschauen zu den ART Innsbruck Messen: Strömungen, Stile, Einordnungen, Schulen in der Bildenden Kunst bilden kein Dogma, sondern sind für die Künstler geistige und schöpferische Inspirationsquelle.
(Autor: Joachim Dikmayer, Berlin)